Zeichen mit und ohne Leerzeichen zählen — mit Limits für Titel, Meta und Social Media.
Die Normseite: 1.500 Zeichen, aber nicht immer
Im Verlagswesen und bei Übersetzungen wird nach Normseiten abgerechnet. Klassisch sind das 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen, also 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Verbreitet ist daneben die Variante mit 1.500 Zeichen, die vor allem im Lektorat und bei Agenturen genutzt wird.
Weil beide Definitionen im Umlauf sind, lohnt die Nachfrage, bevor ein Angebot geschrieben wird. Ein Unterschied von 300 Zeichen je Seite summiert sich bei einem Buchmanuskript auf zwanzig Prozent des Honorars.
Warum Programme unterschiedlich zählen
Dieselbe Datei, drei Programme, drei Ergebnisse — das hat handfeste Gründe:
- Fußnoten und Kopfzeilen werden mal mitgezählt, mal nicht.
- Bindestriche und Apostrophe trennen in manchen Zählungen Wörter, in anderen nicht: Ist „E-Mail-Adresse“ ein Wort oder drei?
- Zahlen und Sonderzeichen gelten nicht überall als Wort.
- Zeilenumbrüche zählen bei manchen Werkzeugen als Zeichen mit.
Für eine Abgabe zählt die Angabe des Programms, in dem das Dokument eingereicht wird. Für alles andere reicht eine belastbare Näherung, wie sie Zeichen zählen und Wörter zählen liefern.
Zeichenlimits, die im Alltag vorkommen
| Ort | Limit | Anmerkung |
|---|---|---|
| Seitentitel bei Google | ca. 60 Zeichen | gemessen wird in Pixeln, nicht in Zeichen |
| Meta-Description | ca. 155 Zeichen | längere Texte werden abgeschnitten |
| Beitrag auf X | 280 Zeichen | Links zählen verkürzt |
| SMS | 160 Zeichen | mit Umlauten nur 70 |
| Kurzbewerbung im Formular | oft 2.000 Zeichen | meist inklusive Leerzeichen |
Die SMS-Regel überrascht regelmäßig: Sobald ein Zeichen außerhalb des einfachen Zeichensatzes vorkommt — ein Umlaut, ein ß, ein Emoji — schaltet das Gerät auf eine andere Kodierung um, und aus 160 möglichen Zeichen werden 70.
Vor dem Zählen aufräumen
Text, der aus einer PDF oder einer Tabelle kopiert wurde, enthält oft doppelte Leerzeichen, harte Zeilenumbrüche und unsichtbare Sonderzeichen. Das verfälscht jede Zählung. Ein Durchlauf durch Leerzeichen entfernen sorgt für saubere Ausgangswerte — und nebenbei für einen Text, der sich ohne Nacharbeit weiterverwenden lässt.